Lagerverwaltung

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Lagerverwaltung im PepperShop

Der PepperShop verfügt über ein Lagerverwaltungssystem, mit welchem man pro Artikel den Bestand führen kann. Zusätzlich gibt es viele weitere Umsysteme, welche mit dem Lagermanagement zusammenarbeiten.

Konfiguration der Lagerverwaltung

Lagereinstellungen werden in der Shop-Administration im Menü Artikel → Lagerverwaltung konfiguriert.

In der Standardeinstellung des PepperShops ist die Lagerverwaltung ausgeschaltet. Um sie einzuschalten und um weitere Einstellungen der Lagerverwaltung vornehmen zu können, muss man in das Administrationsmenü wechseln und dort in die Rubrik Lagerverwaltung gehen.

Abbildung 1: Administration der PepperShop Lagerverwaltung

  • uneingeschränkt verfügbar: Diese Artikel gelten als sehr kurzfristig beschaffbar
  • nachbestellbar: Artikel kann zu hinterlegten Lieferzeiten wieder beschafft werden
  • nicht nachbestellbar: Auslaufartikel / Unikate – können nicht nachbestellt werden

Man sieht folgende Einstellungsmöglichkeiten in der Lagerverwaltungsmaske:

Lagerverwaltung ein- / ausschalten

Mit der ersten Einstellung ‘Lagerverwaltung’ lässt sich die Lagerverwaltung ein- beziehungsweise ausschalten. Wenn die Lagerverwaltung ausgeschaltet ist, werden alle erstellten Lagerbestands und Mindestlagerbestandsangaben eines Artikels ignoriert. Die Artikel sind unabhängig von ihrem Lagerbestand uneingeschränkt bestellbar und die Bestände werden bei Bestellungen nicht aktualisiert.

Bestandsaktualisierung

Mit Bestandsaktualisierung kann man kontrollieren, wann der PepperShop den Lagerbestand eines Artikels um die bestellte Anzahl abzieht. Hier kann man zwischen zwei Möglichkeiten wählen:

  • bei Abschluss der Bestellung: Sobald ein Kunde eine Bestellung erfolgreich abschliesst, wird der Lagerbestand direkt vom Shop korrigiert.
  • manuell: Der Shop korrigiert die Lagerbestände bei Bestelleingängen nicht. Dieses Verhalten wird meist dann gewünscht, wenn externe Systeme, z.B. ein ERP, die Lagerbestände führt und Änderungen per Shop-Synchronisation anliefert.

Benachrichtigung beim Unterschreiten der Mindestlagermenge

Mit dieser Einstellung wird gesteuert, wie die Warnung beim Unterschreiten der Mindestlagermenge eines Artikels an den Shop-Betreiber (Administrator) weitergeleitet werden soll.

Wenn man sich für manuell entscheidet, erfolgt keinerlei Benachrichtigung des Administrators(!). Dies kann erwünscht sein, wenn man die komplette Bestandsverwaltung z.B. über ein externe ERP-Applikation führt. Weiter kann man sich die Unterschreitungsmeldung aber auch per E-Mail zusenden lassen. Dabei wird ein E-Mail an die Adresse, welche in Shop-Einstellungen → Allgemeine Einstellungen konfiguriert worden ist, versendet. Falls man lieber eine passive Benachrichtigung wünscht, kann der PepperShop für Unterschreitungsmeldungen auch jeweils einen Logeintrag erstellen. Wir beschreiben später, wie man Logdateien öffnet und analysiert.

Kunde sieht Lagerbestand

Der Konfigurationspunkt Kunde sieht Lagerbestand steuert, ob der Kunde die aktuellen Lagerbestände sehen kann oder nicht. Dabei geht es um die standardmässig über der Stückanzahl angezeigte Lagerbestandsanzeige. Es gibt hier drei mögliche Konfigurationen:

  • Exakte Lagerbestände: Wird oft in geschlossenen B2B-Shops eingesetzt, damit einkaufenden Kunden exakte Infos vorliegen. Mitteles einer kurzen Textanzeige wird der Lagerbestand der Artikel angezeigt. Sollte der Mindestlagerbestand unterschritten werden und als Konfiguration nachbestellbar oder nicht nachbestellbar verwendet werden, wird zusätzlich noch angezeigt nur noch X Stück an Lager. Dabei wird auch angezeigt, ab wann ein Artikel wieder verfügbar sein sollte (falls nachbestellbar, Quelle: Lieferbar-in Feld).

In der Artikel-Detailansicht und bei einstufiger Artikeldarstellung:

uneingeschränkt verfügbar nachbestellbar wird nicht nachbestellt
Lagerbestand > Mindestlagerbestand … Artikel an Lager … Artikel an Lager … Artikel an Lager
Lagerbestand <= Mindestlagerbestand Nur noch … Artikel an Lager Nur noch … Artikel an Lager Nur noch 1 Artikel an Lager – Unikat; Nur noch … Artikel an Lager
Lagerbestand <= 0 Artikel ist nicht an Lager (lieferbar in …) Artikel ist nicht an Lager (lieferbar in …) (Artikel wird nicht im Shop gezeigt)

Bei den folgenden Ansichten wird eine vereinfachte Darstellung des Lagerbestands verwendet:

  • Zweistufige Artikel-Darstellung, einspaltig:… Stück
  • Zweistufige Artikel-Darstellung, mehrspaltig:Lager:… Stück
  • Warenkorb und Bestellübersicht:Lager:… Stück

Ampelsystem (rot, gelb, grün): Dies ist die am häufigste anzutreffende Anzeigeform im Endkundengeschäft. Man möchte grob über die Verfügbarkeit informieren, aber nicht gleich die Lagerbestände offenlegen. Der Zustand gelb wird dann verwendet, wenn ein Artikel die Mindestlagermenge unterschreitet und ein Lagerverhalten nachbestellbar oder nicht nachbestellbar konfiguriert hat. In folgendem Beispiel, sieht man eine Ampelanzeige bei einem Parent-/Subartikel:

Überbuchen von nicht bestellbaren Artikeln

Hier steuert man den Überbuchungsschutz des Shops: Wenn man diese Einstellung auf ja stellt und den Schutz somit deaktiviert, kann es zu Überbuchungen des Artikels kommen. Dies ist von zum Teil von Shop-Betreibern explizit erwünscht. Standardmässig aber unterbindet der PepperShop das Überbuchen von nicht bestellbaren Artikeln mit der Konfigurationsauswahl: nein.

Der Überbuchungsschutz basiert auf einem Reservationssystem: Wenn das Überbuchen unterbunden wird, so dekrementiert der PepperShop jedes mal einen virtuellen Artikel-Lagerbestand, sobald ein Kunde einen Artikel in seinen Warenkorb legt. Auf diese Weise kann keine Überbuchung mehr vorkommen, da auf diese Weise reservierte Artikel zum Kauf nicht mehr zur Verfügung stehen. Sollte der Kunde später aber den Kauf nicht abschliessen, wird die virtuell reservierte Lagermenge nach Ablauf der Session wieder zum Kauf freigegeben. Die Session-Laufzeit ist üblicherweise eine Stunde. Insbesondere bei Unikaten kann es also vorkommen, dass Artikel kurzfristig nicht im Shop erscheinen und dann wieder angezeigt werden.

Als Shop-Betreiber muss man selbst entscheiden, ob man eine Überbuchungsgefahr eingehen will, oder dies unterbindet und dafür in Kauf nimmt, dass ein kaufbereiter Kunde den Artikel unter Umständen nicht kaufen kann, da er aktuell gerade reserviert ist.

Inventur – Alle Artikel anzeigen

Lagerbestände ansehen: In der Lagerverwaltung findet man unten einige Textlinks, welche die aktuelle Lagersituation im Shop visualisieren.

Abbildung 2: Ausschnitt aus einer Inventuranzeige - hier sind die Lagerbestände alle noch unbenutzt und deshalb = 0.

Zu einer Inventur werden oft auch gerne die Einkaufspreise mit angezeigt und aufsummiert, so dass der Wert des Lagers zum Anzeigezeitpunkt einfach für die Buchhaltung bestimmt werden kann. Dies ist im PepperShop auch möglich, siehe Anhang.

Logdateien analysieren

Die Logdatei der Lagerverwaltung heisst lager.log und befindet sich im Verzeichnis {shopdir}/shop/Admin/log/. Damit man die Datei nicht via FTP / Shell anschauen muss, wurde in der PepperShop Professional Version ein Log-Viewer Anzeigemodul erstellt. Dieser Viewer erlaubt das Ansehen, Herunterladen und Löschen von verschiedenen Logdateien. PepperShop Basic Benutzer müssen Die Datei via FTP herunterladen und dann via Editor begutachten.

Installation des Log Viewers

Zuerst klickt man in der Shop-Administration links unten auf Module. Hier sieht man den Punkt Modulverwaltung - bitte auf diese klicken.

Abbildung 3: Menü der externen PepperShop Module

Wir installieren nun das Log Viewer Modul, dieses liegt jedem PepperShop Professional und Enterprise bei und muss nur noch aktiviert werden:

Abbildung 4: Linkes Fenster der Modulverwaltung mit zu installierenden Modulen

Wir klicken im linken Fenster auf Log Viewer und klicken unten auf installieren und bestätigen danach die erfolgreiche Installation. Der Log Viewer sollte jetzt im rechten Fenster bei den installierten Modulen gelistet werden. Wir verlassen nun die Modulverwaltung.

Abbildung 5: In diesem Fall ist ein lager.log vorhanden, wir können es z.B. ansehen oder auch herunterladen und löschen

Zurück im Menü der externen PepperShop Module sehen wir einen neuen Button, welcher mit Log Viewer beschriftet ist. Wir klicken ihn an und finden uns im Log Viewer. Hier hat es normalerweise keine Logs. Wenn es welche gibt, so werden sie hier aufgelistet. Beispiel:

Zum Schluss noch eine Beispielsansicht einer via Log gemeldeten Meldung (Unterschreitung der Mindestlagermenge eines Artikels).

Abbildung 6: Beispielsanzeige einer Unterschreitungsmeldung

Anwendung der Lagerverwaltung

Bedingung: Die Lagerverwaltung kann nur benutzt werden, wenn sie eingeschaltet ist.

Lagereinstellungen eines Artikels

Ein Artikel kann folgende Lagereinstellungen haben:

  • Maximalbestellmenge: Definiert, wie viele Artikel kann ein Kunde pro Bestellung maximal in den Warenkorb legen (unabhängig vom Lagerbestand → nur bei Artikel mit welche als wird nicht nachbestellt markiert sind).
  • Mindestbestellmenge: Hier kann angegeben werden, wie viele Artikel auf einmal mindestens bestellt werden müssen
  • Mindestlagermenge: Minimale Anzahl am Lager, bevor eine Benachrichtigung erfolgt
  • Lagerbestand: Anzahl Artikel an Lager
  • Lieferbar in: Frei wählbarer Text, z.B. ‘KW 21’, ‘3 Tage’, …
  • Lagerverhalten: Was soll mit dem Artikel geschehen, wenn er den Lagerbestand 0 erreicht?

Kurzes Lookup Lagerverhalten Typen:

  • uneingeschränkt verfügbar - der Artikel ist unabhängig vom Lagerbestand und einer angegebenen Liferfrist verfügbar
  • nachbestellbar - der Artikel wird nachbestellt. Kunden können also mehr Artikel bestellen als an Lager sind
  • wird nicht nachbestellt - Kunden können nur soviele Artikel bestellen wie auch an Lager sind. Bei erreichen des Lagerbestands = 0 wird der Artikel ausgeblendet und ist nicht mehr bestellbarLagereinstellungen eines Artikels verändern

Es gibt drei Möglichkeiten die Lagereinstellungen eines Artikels zu beeinflussen. Das heisst, für die einzelnen Artikel, deren Lager-relevante Daten zu verändern:

  1. Pro Artikel via Artikelbearbeitungsmaske: Artikel → Bestehenden Artikel bearbeiten - ganz unten:
    Abbildung 7: Lagereinstellungen eines Artikels
  2. Über das Import/Export-Tool des PepperShops:
    • Wenn man im Administrationsmenü zur Rubrik Import/Export-Tool geht, kann man die bestehenden Artikel im CSV-Format importieren und exportieren.
    • Exportieren: Artikelstamm exportieren anklicken und Felder anwählen.
    • Importieren: Dateinamen angeben und auf hochladen anklicken
    • Ein Ausschnitt einer exportierten Datei sieht wie folgt aus:
      Abbildung 8: Ausschnitt aus einer CSV-Datei (Excel kompatibel)
    • Das Format der vier Lagereinstellungen ist wie folgt:
      • Maximalbestellmenge: [Ganzzahl] 0 = deaktiviert
      • Mindestbestellmenge:[Ganzzahl] 0 = deaktiviert
      • Mindestlagermenge:[Ganzzahl]
      • Lagerbestand: [Ganzzahl oder Fliesskommawert]
      • Lieferbar in: [Zeichenkette - max. 255 Zeichen]
      • Lagerverhalten: [immer_bestellbar | nicht_nachbestellen | nachbestellbar]
      • Achtung: Bitte beachten, dass als Dezimalzeichen jeweils ein Punkt verwendet werden muss!
    • PepperShop Enterprise Versionen importieren die Lagerdaten via set_artikel_inkrementell Importen. Details zum Aufbau findet man hier: PepperShop Enterprise API
  3. Über die Artikel Massenmutationen
    • Falls man nicht über Datenimporte arbeitet, stellen die Artikel Massenmutationen die einfachste Variante dar schnell und übersichtlich alle Lager-relevanten Daten der Artikel zu mutieren. Es werden alle möglichen Einstellungen angeboten.
      Abbildung 9: Artikel Massenmutationen Übersicht
    • Die Artikel Massenmutationen findet man unter dem Navigationspunkt Artikel in der Shop-Administration.
      Abbildung 10: Artikel Massenmutationen
  4. Über das Lagermanagement
    Abbildung 11: Maske für Lagerbuchungen
    Hier können Lagerbuchungen vorgenommen werden. Diese können mit einer Notiz versehen werden. Wenn das Kontierungsmodul verfügbar ist, kann auch ein Lastkonto ausgewählt werden.

Anmerkung ‘negative Lagerbestände’

Wenn der Lagerbestand eines Artikels nach einer Bestellung in den negativen Bereich kommt und die Benachrichtigung eingeschaltet ist, so wird in jedem Fall eine Notifikation erfolgen.

Achtung: Wenn im Shop Parent-/Subartikel1 verwendet werden sollte man negative Lagerbestände von Subartikeln möglichst vermeiden, da dies gegebenenfalls zu einer falschen Lagerverfügbarkeitsanzeige in der Artikelliste führen kann (dort wird mit der Summe der Subartikel-Lagerbestände gerechnet).

Wareneingang / -ausgang

Via ‘Shop-Administration’ → ‘Lagerverwaltung’ → ‘Wareneingänge erfassen’ stellt der Shop eine einfache Maske zur Verfügung, mit welcher man speditiv Wareneingänge erfassen kann. Man gibt jeweils die Artikelnummer an und die hinzuzurechnende Anzahl und der Shop fügt den Posten dem entsprechenden Lagerbestand hinzu. Man kann auf diesem Weg auch negative Anzahlwerte eingeben, was dann Warenausgängen entspricht.

Manuelle Erfassung

Abbildung 12: Wareneingänge und -ausgänge manuell erfassen Maske

Via Barcode-Scanner erfassen

Im PepperShop kann man Wareneingänge und -ausgänge auch gut mit einem Barcode Scanner eingeben. Dazu wird ein handelsüblicher Barcode-Scanner im Keyboard Wedge Modus betrieben.

Abbildung 13: Wareneingänge und -ausgänge via Barcode-Scanner erfassen Maske

Mit etwas PHP-Kenntnissen kann man die Barcode-Scanner Maske den eigenen Ansprüchen anpassen, es gibt umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten:

Konfiguration der Barcode Scanner Maske:
Datei: {shop_verzeichnis}/shop/Admin/shop_lager.php im Bereich darstellen == 3 konfiguriert werden.

Als Default-Abschlusszeichen der Barcode-Sanner mit Keyboard Emulation wird eine Eingabetaste (Key-Code = 13) verwendet. Als Scanbares Feld kann neben der Artikel-Nr. auch das Artikel-Code Feld des Hersteller-Moduls verwendet werden, um z.B. EAN (GTID) oder andere Strichcodes zu hinterlegen.

Aktuelle Konfiguration:

scan_anzahl_zeilen       : 1
scan_feldgr_artikel_nr   : 15
scan_art_ident_db_feld   : Artikel_Nr
scan_art_feld_label      : Artikel-Nr.
scan_default_menge       : 1
scan_err_field_fill      : false
scan_char_to_send_form   : 13
show_char_debugging      : false
scan_next_field_menge    : false
scan_show_zurueck_btn    : true
scan_show_infotext       : true
scan_show_config_info    : true

Anhang

EP-Preise in Inventur anzeigen

Dazu müssen die EP-Preise in einem kundenseitig nicht sichtbaren Artikelzusatzfeld angeliefert werden und dieses Feld muss man für die Inventuranzeige als EP-Preisfeld hinterlegen. Dazu sind FTP-Zugriff und PHP-Kenntnisse nötig:

Datei: {shop_verzeichnis}/shop/Admin/shop_lager.php Bereich darstellen == 2:

<?php
// Datenbankfeldnamen fuer Inventur: EP-Preis (z.B. zusatzfeld_1)
// Wenn dieses Feld verwendet wird, muss man z.B. ueber die Artikel-
// Massenmutationen im entsprechenden Artikel-Zusatzfeld, das hier
// als $ep_presi_feldname angegeben wird die Artikel EP-Preise ein-
// geben.

$ep_preis_feldname = '';
$ep_preis_label = 'EP-Preis';
$datatables_aktiv = false; // Details, siehe http://datatables.net/

Die detaillierte Anleitung mit den anzupassenden Stellen findet man im PepperShop Forum verlinkt: EP-Preise im Lagermanagement vom PepperShop führen


  1. Anleitung und Erklärung zu Parent- und Subartikel (Varianten als Artikel): Link
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